Im Mai 2026 starten wir für ein verlängertes Wochenende in die Schweiz.

Hier verleben wir vier wunderbare Tage. Tolles Wetter und viele unterschiedliche Ausflugstouren bescheren uns wieder viele Erlebnisse, die wir gerne mit nach Hause genommen haben.

Tag 1: Rheinfall von Schaffhausen

Tag 2: Zürichsee, Satteleggpass, Sihlsee, Kloster Einsiedeln und Zugersee

Tag 3: Universitätsbibliothek der Uni Zürich und Schiffstour über den Vierwaldstätter See

Tag 4: Gotthardpass, Furkapass, Autozug bis Obergoms, Oberalppass


Auslöser unserer Tour ist eine Ausstellung in Pfäffikon am Zürichsee zum Thema Langeweile. Hier hängen 5 Bilder von mir, die im Rahmen eines Fotoprojektes mit der Fotoschule Drittelregel entstanden sind. Die schweizer Kurator der Ausstellung hat die Fotos im Internet gefunden und diese angefragt. So ging es recht schnell, dass meine Bilder nun in der Schweiz im Rahmen der Ausstellung zu sehen sind.

Das wollten wir natürlich auch in live sehen und haben die Tour in die Schweiz geplant.



In der Ausstellung wurde das Thema "Langeweile" akribisch aufgearbeitet und von allen Seiten beleuchtet. Wir haben dort eine Führung bekommen und viele interessante Aspekte kennengelernt. Langeweile ist nicht langweilig, sondern sehr vielfältig. Wir haben viele Denkanstöße mitgenommen. 


Weitere Aspekte in der Ausstellung:

- Eine Fotografin hat Alltagssituationen in Familien fotografiert, in denen alle Personen oftmals ihr Handy in der Hand halten. In den Bildern fehlen die Handys, dennoch verweilen die Personen mit der entsprechenden Handhaltung an ihren Plätzen. Dies soll darstellen, dass durch die Handynutzung die Kommunikation untereinander eingeschränkt ist und welch langweilige Szenen so im Alltag entstehen.

- Die Fotografin hat Menschen eingeladen, die Langeweile "zu erleben".  Die Personen haben bis zu 1 1/2 Stunden alleine in einem Raum gesessen, um die Stille und das Nichtstun auszuhalten. Teilweise wurde ihnen zusätzlich langweilige Reden vorgespielt, die die Langeweile noch verstärkten. Während dieser Zeit wurden sie unbemerkt fotografiert. Die Langeweile der Personen ist deutlich auf den Bildern erkennbar.

- Ein Künstler stellt dar, dass auch ein Überfluss an Angeboten und Reizen zur Beschäftigung zu Langeweile führen kann. Hat man zu viel zur Verfügung, wird es schnell langweilig, sich mit den einzelnen Teilen zu befassen, da die anderen Dinge einen ablenken. Dies führt zu einer Überforderung und letztendlich zu Desinteresse und Langeweile.

- An einer großen Wand wird das Thema "Werden Jugendliche kriminell, wenn sie Langeweile haben?" behandelt. Es zeigt in großformatigen Comics, dass nicht die Langeweile alleine, sondern auch viele andere Einflüsse von außen dafür nötig sind.

- Mit den Ufos aus Ton hat sich eine Person, die sich aufgrund von Krankheit im Leben nichts mehr zutraut, an ein Projekt begeben. Er will innerhalb der Ausstellungszeit 1000 dieser Tonufos herstellen. Die Hälfte hatte er bereits zum Zeitpunkt unseres Besuches geschafft. Für viele langweilig - für ihn vermutlich eine der wichtigsten Aufgaben seines Lebens.


An einer weiteren Wand haben die bisherigen Besucher gemeinsam eine Art von Statistik erstellt, ob und wie sie Langeweile in ihrem Leben zulassen möchten.

Außerdem gab es eine Ruhezone zum Erleben des Nichtstuns. Nichtstun ist nicht gleichzusetzen mit Langeweile. Auch hier muss man lernen, es auszuhalten, mal nichts zu tun.

An den Wänden waren viele Songtexte zu finden, die das Thema Langeweile im Lied verarbeitet haben.


Man sieht - Langeweile ist nicht langweilig, sondern ein spannendes Thema.

Um so mehr freut es mich, dass meine Bilder einen Beitrag zu der tollen Ausstellung liefern konnten!


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